Kaffee in der Schwangerschaft - erlaubt oder tabu?

Wenn du erfährst, dass du schwanger bist, schießen dir unzählige Gedanken in den Kopf. Du bist überwältigt von der Freude auf dein Baby aber stellst dir auch viele Fragen.

Vor allem die Frage, ob die geliebten Tasse Kaffee am Morgen dem Ungeborenen schaden könnte, beschäftigt viele Frauen in der Schwangerschaft.

Der koffeinhaltige Wachmacher ist für viele ein unverzichtbarer Helfer, um aktiv und fit in den Tag zu starten. 


Damit du genau darüber Bescheid weißt, ob und wie viel Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt ist; klären wir hier die wichtigsten Fragen über


  • Empfehlungen und Richtwerte zu Kaffeekonsum in der Schwangerschaft
  • Die Wirkung von Kaffee in der Schwangerschaft
  • Kaffee in der Frühschwangerschaft
  • Cappuccino in der Schwangerschaft
  • Koffeinfreien Kaffee in der Schwangerschaft

Empfehlungen und Richtwerte zu Kaffeekonsum in der Schwangerschaft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO, sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen in der Schwangerschaft nicht mehr als drei Tassen an koffeinhaltigen Getränken zu konsumieren. In Zahlen macht dies eine Menge von ca. 300 mg Koffein aus, die nicht überschritten werden sollte.

Andere Länder, wie z.B. die USA oder auch Norwegen setzen die Grenze der empfohlenen Höchstmenge an täglichem Koffein für Schwangere sogar bei 200 mg.

Einig sind sich aber alle darüber, dass zu viel Koffein schädlich für das Ungeborene sein kann. Vor allem solltest du in der Schwangerschaft bedenken, dass nicht nur Kaffee Koffein enthält. Auch viele Teesorten, Softdrinks und sogar Schokolade sind koffeinhaltig und können bei übermäßigem Verzehr deinen Koffeinspiegel zusätzlich in die Höhe treiben.

Wenn du also drei Tassen Kaffee über den Tag verteilt trinkst, solltest du auf Nahrungsmittel, die zusätzliches Koffein enthalten sicherheitshalber verzichten.

Kaffee in der Schwangerschaft Wirkungen

Bestimmte Wirkungen von Kaffee in der Schwangerschaft sind unumstritten, werden jedoch von verschiedenen Fachleuten, wie Ärzten und Hebammen teilweise sehr unterschiedlich bewertet.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Koffein während der Schwangerschaft konsumiert wird, desto stärker sind die Auswirkungen auf das ungeborene Baby.

Folgende Wirkungen sind bekannt und teilweise wissenschaftlich erwiesen:


  • geringeres Geburtsgewicht

  • Skandinavische Wissenschaftler fanden 2013 in einer Studie heraus, dass Babys deren Mütter in der Schwangerschaft regelmäßig Kaffee tranken, ein vergleichsweise geringeres Geburtsgewicht hatten. Kritiker der Studie weisen jedoch darauf hin, dass auch andere Faktoren für das veränderte Gewicht der Neugeborenen verantwortlich gewesen sein können und die Beobachtung nicht unmittelbar mit dem stattgefundenen Kaffeekonsum in Verbindung stehen muss.


  • Ablagerung von Koffein im Hirngewebe des Fötus

  • Koffein wird erwiesenermaßen, genau wie andere Stoffe aus dem Blutkreislauf der Mutter, ungefiltert über die Plazenta an dein ungeborenes Baby weitergegeben.

    Dem unreifen Organismus des Fötus fehlen jedoch wichtige Enzyme, die zum Abbau einiger Stoffe benötigt werden. Dazu zählen auch die aufputschenden Wirkstoffe des Koffeins. Die Folge daraus ist, dass sich nicht abgebautes Koffein im Hirngewebe des Babys ablagert. Das wiederum kann zu Unruhe und möglicherweise auch weiteren, bisher unerforschten Auswirkungen führen.


  • Beeinträchtigung der Durchblutung der Plazenta

  • Mit der Aufnahme von Koffein, produziert eine Schwangere auch automatisch mehr Adrenalin und zyklisches Monophosphat. Diese Stoffe im Blut führen dazu, dass die Plazenta schwächer durchblutet wird, wodurch wiederum die Versorgung des Fötus mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen leiden kann.


  • Verringert die Eisenaufnahme

  • Koffein welches in den Blutkreislauf des Ungeborenes gelangt ist, bewirkt eine Verengung der Blutgefäße. Dadurch kann der wichtige Nährstoff Eisen schlechter aufgenommen werden.

    Kaffee in der Frühschwangerschaft

    In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft ist die Entwicklung deines Babys besonders störungsanfällig und schützenswert. Eine Studie der University of Ohio fand im Jahr 2016 heraus, dass ein erhöhter Kaffeekonsum in der Frühschwangerschaft (mehr als zwei Tassen pro Tag) das Risiko einer Fehlgeburt um das Doppelte erhöht.

    In dieser Zeit sollten Schwangere daher ganz besonders darauf achten, wieviel Koffein sie tatsächlich zu sich nehmen.

    Cappuccino in der Schwangerschaft

    Cappuccino ist ein Mix aus aufgeschäumter Milch und einem Schuss starken Kaffee oder Espresso. Der Koffeingehalt von Cappuccino ist im Vergleich zu normalem Filterkaffee relativ gering. Eine Tasse Cappuccino enthält rund 60 mg Koffein, während eine Tasse Filterkaffee bereits das Doppelte, nämlich 120 g Koffein liefert.

    Den gewohnten Kaffee am Morgen durch Cappuccino zu ersetzen, kann also eine gute Möglichkeit sein, um in der Schwangerschaft die Koffeinzufuhr zu drosseln.

    Koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft

    Zwar enthält koffeinfreier Kaffee eine kleine Restmenge an Koffein (ca. 5 mg pro Tasse), diese Menge ist jedoch verschwindend gering. Somit stellt entkoffeinierter Kaffee eine tolle Alternative zu herkömmlichem Kaffee in der Schwangerschaft dar.

    Der Geschmack ist dem von koffeinhaltigem Kaffee sehr ähnlich, also ist die Umgewöhnung oder auch das Gefühl des Verzichts bei weitem nicht so groß, wie wenn eine Schwangere plötzlich auf Tee umsteigt.

    FAQ

    Welchen Kaffee darf ich in der Schwangerschaft trinken?

    Grundsätzlich darf in der Schwangeschaft jede Art von Kaffee getrunken werden. Dabei sollte man darauf achten, dass Kaffeesorten wie Espresso einen erhöhten Koffeingehalt haben und daher eher selten konsumiert werden sollten. Alternativ kann Moka Kaffee aus dem Espressokocher getrunken werden. Allerdings sollte hierbei der Kaffe bedacht gewählt werden. 

    Welche Alternativen gibt es zu Kaffee in der Schwangerschaft?

    Schwangere, die ihre Koffeinzufuhr reduzieren möchten, können z.B. entkoffeinierten Kaffee oder Getreidekaffee trinken.

    Wie viele Tassen Kaffee darf ich am Tag in der Schwangerschaft trinken?

    Es wird empfohlen in der Schwangerschaft täglich nicht mehr als drei Tassen Kaffee zu trinken.

    Wieviel Gramm Koffein darf ich in der Schwangerschaft täglich konsumieren?

    Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten Frauen in der Schwangerschaft täglich maximal 300 mg Koffein zu sich nehmen.

    Wann darf ich keinen Kaffee in der Schwangerschaft trinken?

    Schwangere mit Bluthochdruck, Schlafstörungen oder einem erhöhten Risiko einer Früh- bzw. Fehlgeburt sollten zum Schutz ihrer eigenen und der Gesundheit ihres Babys gänzlich auf Kaffee verzichten.


    Fazit- Die Menge macht das Gift

    Auch wenn sich keine der Wirkungen von Koffein auf dein Baby vorteilhaft anhört, sind immer eine Reihe von zusammenhängenden Faktoren zu berücksichtigen.


    Bevor du jetzt vielleicht mit dem Gedanken spielst, überhaupt keinen Kaffee mehr bis zum Ende deiner Schwangerschaft zu trinken, beantworte erstmal für dich die folgenden Fragen.


    • Trinke ich zusätzlich zum Kaffee auch andere koffeinhaltige Getränke?
    • Wie wichtig ist der Kaffee für mich und kann ich mir eine Alternative vorstellen?
    • Wieviel Löffel Zucker nehme ich mit jeder Tasse Kaffee zusätzlich zu mir? (Zuviel Zucker begünstigt verschiedene Erkrankungen bei dir und deinem Baby)
    • Habe ich Probleme beim Ein- oder Durchschlafen?
    • Fühle ich mich gestresst, ängstlich unruhig oder aufgekratzt?

    Je nachdem, wie deine Antworten ausfallen, kannst du dir ruhig auch während der Schwangerschaft die ein oder andere Tasse Kaffee gönnen. Es gibt auch zahlreiche, positive Beispiele von Müttern, die während der Schwangerschaft einen moderaten Kaffeekonsum beibehalten haben, ohne dass sich dies schädlich auf ihr Baby ausgewirkt hat.

    Leidest du jedoch unter Schlafstörungen oder innerer Unruhe, solltest du auf unnötiges Koffein verzichten.